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(während des Lockdowns)

KUNST + ARBEIT

JASMIN MEINOLD

Jasmin Meinold M.A. (*1987) studierte Kunstwissenschaft und Geschichte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und TU Braunschweig. Als freie Kuratorin hat sie verschiedene Ausstellungen realisiert, u.a. für das Museum für Photographie Braunschweig und Off-Spaces in Braunschweig, Berlin und Heidelberg. Von 2015-2019 war sie als kuratorische Assistentin für den Heidelberger Kunstverein tätig und betreute über 30 Ausstellungen, dazugehörige Veranstaltungsprogramme und Publikationen. Als Kunstvermittlerin begleitete sie Besucher*innen durch die Ausstellung der documenta 12 und 13 sowie den Deutschen Pavillon auf der 56. Venedig-Biennale. Seit 2020 ist sie Teil von FAIL Fine Arts Institute Leipzig. Ihre wissenschaftlichen und essayistischen Texte erschienen u.a. in Ausstellungskatalogen, Künstlerbüchern, Zeitschriften und Webformaten.

Ich bin als Kunstwissenschaftlerin schon in verschiedenen Rollen in der Kunstbranche tätig gewesen.
Ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen habe ich angefangen, mich vermehrt mit den konkreten Arbeitsbedingungen des Felds zu beschäftigen.
In der Kunst steht immer die Kunst selbst im Vordergrund: der Idealismus, die Leidenschaft, das Thema, das Tun. 
Über das „ Wie?“ wird selten offen gesprochen. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurden erstmals die prekären Umstände unter denen der große Teil der Kulturschaffenden lebt und arbeitet für eine größerer Öffentlichkeit sichtbar. Die meisten von uns haben einen akademischen Abschluss erworben, arbeiten freiberuflich oder in befristeten Verhältnissen und verdienen wenig bis mäßig, oft unregelmäßig. Die kreative Praxis wird begleitet durch das Schreiben von Projektanträgen und Bewerbungen für Jobs , Stipendien o.ä. Künstler*innen sind es gewohnt, mit Angeboten und Konzepten in Vorleistung zu gehen, für die es im Schnitt geringe finanzielle Gegenleistungen gibt. Marketing-Kenntnisse sind von Vorteil, wenn man Sichtbarkeit für das eigenen Schaffen generieren will. Das lernt man so nebenher, aber nicht im Studium. Für den Erfolg sind jedoch nicht allein die eigenen Qualifikationen entscheidend, sondern die Teilnahme an aktuellen Diskursen, vor allem aber die eigenen Netzwerke.

Was bedeutet es, unter solchen Bedingungen kreativ tätig zu sein?

Welchen Einfluss nehmen diese Faktoren auf die künstlerische Arbeit, aber auch auf das restliche Leben?

Diese Fragen diskutiere ich regelmäßig mit Künstler*innen.

Daraus hervorgegangen sind zwei Interviews.
Die schriftlichen Gespräche haben wir im Februar-März 2021 geführt, zu einer Zeit als Ausstellungshäuser und Kunstschulen bundesweit geschlossen waren, Projekte auf Eis lagen und wenig Planungssicherheit für zukünftiges bestand.